SO­LI­VO­KÜ AM MON­TAG VON JETZT AN IMMER

AUS­SER DEN 1. MON­TAG IM MONAT

Seit über einem Jahr kämpft die Grup­pe „Lam­pe­du­sa in Ham­burg“ für ein Blei­be­recht und Ar­beits­er­laub­nis­se.

Nach wie vor ver­wei­gert uns dies der Ham­bur­ger Senat.
Nach­dem die Win­ter­not­pro­gram­me ab­ge­lau­fen sind, leben wir als ein­zel­ne oder in Grup­pen über­all in Ham­burg ver­teilt in Wohn­pro­jek­ten, an­de­ren meist recht
pro­vi­so­ri­schen Un­ter­künf­ten oder drau­ßen.
Da es uns immer noch nicht mög­lich ist zu ar­bei­ten, fehlt den meis­ten von uns nach wie vor Geld für Fahr­kar­ten, Tabak und an­de­re all­täg­li­che Be­dürf­nis­se.
An die­sem Abend möch­ten wir Euch in die Ha­fen­Vo­kü ein ty­pi­sches Ge­richt aus Mali mit der pas­sen­den mu­si­ka­li­schen Un­ter­ma­lung ser­vie­ren.
Die Spen­den gehen nach Abzug der Un­kost­zen di­rekt an die Grup­pe, die den Abend ge­stal­tet hat.

SOLI MIT LAM­PE­DU­SA
WE ARE HERE TO STAY!

Mo., 08.09., ab 20Uhr, Staat­lich an­er­kann­ter Un­ru­he­herd / Ha­fen­Vo­kü, St.Pauli Ha­fen­str. 116

http://goo.gl/pOVhPx

"Ich hatte keine Angst, ich war abenteuerlustig.."

Hausbesetzerinnen der Hamburger Hafenstrasse erzählen ihre Geschichte

Immer hart am Wind ... St. Paulis Protestkultur

Balduinstraße, Foto: Hinrich Schulze

Eine Veranstaltungsreihe zu St. Paulis Protestkultur vom 28.04.13 bis 05.05.13

In der Ausstellung werden Fotografien, Plakate, Texte, Objekte und Video-Installationen präsentiert, die den Widerstand gegen zu hohe Mieten und Verdrängung thematisieren.

Eine Protestkarte informiert über erkämpfte, umkämpfte und gentrifizierte Orte und macht die Auseinandersetzungen im Stadtteil aktuell und historisch sichtbar.

Die GWA St. Pauli hat in Zusammenarbeit mit Initiativen des Stadtteils eine Veranstaltungsreihe zu „St. Pauli´s Protestkultur" organisiert. 
Eine Woche lang steht mit unterschiedlichen Aktionen und Veranstaltungsformaten die geballte Erfahrung an Organisierung von Protest, Aneignung öffentlichen Raumes sowie Entwicklung und Verwaltung von Alternativplänen auf St. Pauli im Mittelpunkt. 
Um den 1. Mai werden Ausstellungen, Diskussionen, Vorträge und Aktionen über die politisch umkämpften Orte des Stadtteils, sowohl aktuell als auch zeitgeschichtlich, informieren. 
Wer denkt, dass wären nur vereinzelte und punktuelle Auseinandersetzungen, der irrt. Angesichts der Fülle von umkämpften Räumen und öffentlichen Aushandlungsprozessen über Gestaltungsmacht im Stadtteil, fragen wir, ob es nicht längst Zeit ist für neue Formate der Beteiligung und Teilhabe. Das Fotoprojekt von Frank Egel und Nico Spindler dokumentiert die Wohnsituation der Menschen aus dem Niebuhrhaus, welche sich alltäglich mit Asbestbelastung, einem Ausverkauf der Immobilie und der möglichen eigenen Verdrängung auseinandersetzen müssen. Die BarKeepers erhalten jahrzehntelang gewachsene Kneipen(sub)kultur im Miniaturformat und Fotograf Hinrich Schulze stellt das St. Pauli der 70er/80er Jahre den modernen Veränderungen gegenüber …undundund

Das Kölibri ist während der gesamten Woche Dreh- und Angelpunkt zu St. Paulis Protestkultur und informiert über alle Veranstaltungen, die in dem Rahmen auch anderen Ortes stattfinden.

 

Hafenstraße 25 Jahre Barrikadentage

25 Jahre nach den Barritagen in Hamburg: Die Hafenstraße und die Folgen

Hafenstraßen Filme Zusammenschnitt

Gruß an unsere Freund_innen und Genoss_innen

Gruß an unsere Freund_innen und Genoss_innen – die heute nicht unter uns sein können
Gruß an unsere Freund_innen und Genoss_i
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25 Jahre: Barrikadentage an der Hafenstraße.

am 10. und 11. November 2012

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25 Jahre Barrikadentage Programm

Programm 25 Jahre Barrikadentage an der Hafenstraße.

10. + 11. November 2012


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Störtebeker am 10.11.12 ab 16 Uhr geöffnet

Kaffeekollektiv Aroma Zapatista bietet Kaffee und Espresso gegen Spenden an.

https://www.aroma-zapatista.de

ab ca. 22 Uhr Party im Störtebeker/ Butt-Club mit

Hits der 80er, Konzert im Ahoi, alle Läden offen.

Bau oder Klau? - PartyKeller von Plan B 10.11. ab 18 Uhr

Bau oder Klau?  Wie emanzipatorisch ist eigentlich unsere Stromversorgung?

 

Mit den Barrikadentagen vor 25 Jahren spitzte sich der Konflikt um die

Hafenstrasse dramatisch zu. Es ging um die Häuser, um ein besseres und

selbstbestimmtes Leben. 25 Jahre danach lohnt sich ein Gespräch darüber

welche Ideen von damals umgesetzt werden konnten, muss sich die gelebte

Utopie von heute den Wünschen und Plänen von damals stellen. Wir wollen

dies ganz konkret anhand der Stromversorgung hier im Hafen machen.

Damals wie heute sehen sich die Meisten im Hafen in Opposition zu einem

nuklear-fossilen Energieregime, wie es von Parteien und Konzernen über

Jahrzehnte vorangetrieben wurde. Doch die konkrete Praxis hier im Hafen

hat sich in den Jahren geändert. Zwischen  Stromklau und dem Betrieb

eines Blockheizkraftwerkes liegen Welten, und es lohnt sich die Frage,

wie viele  Vorstellungen einer emanzipatorischen Ernergieerzeugung in

der Hafenstrasse umgesetzt werden konnten, und welche Möglichkeiten der

Kollektive Wohnraum dafür noch bietet.

Am Samstag den 10.11. wollen wir ab 18°° im PartyKeller von Plan B mit

Euch darüber reden.

 

Pogo im Onkel Otto 10.11. ab 19 Uhr

Am 10.11. im Onkel Otto nach der Demo Pogo bis die Fetzen fliegen.

Danach beste Musik vom Teller

Im Ahoi 10.11. ab ca. 22 Uhr Heidi + Janina

31 Jahre HAFENSTRASSE, 25 Jahre BARRITAGE

und 292 FOTOS an den HÄUSERWÄNDEN. 

 

Fotos und Hafenstrasse sind 2 Worte, die jahrelang nicht kompatibel waren..... jetzt doch 

eine Foto-Austellung an den Wänden der Häuser mit Bildern, die vor 30 Jahren an denselben Häusern aufgenommen worden sind. 

 

Wenn ihr über die Tage 10.-11.11. im Hafen an den Häusern entlang geht, schaut euch, neben allem anderen, was an Nachrichten an den Wänden klebt, die Schwarzweiß-Fotos an, die an die Häuser tapeziert sind. 

 

Es sind 292 Fotos aus den Jahren 1985,86,87,88,89,90..... die genau da jetzt kleben wo sie auch aufgenommen sind. Manche sind vom Inneren der Häuser, an denen sie dran sind. 

 

Entlang der BARRIKADEN haben wir das ROTE BAND gespannt um allen, die nicht dabei waren, eine gefühlte Größe des Freiraums, den wir uns damals genommen hatten, zu vermitteln. 

 

 

Bei jeder Barri ist eine Metallröhre mit einem Bild drin aus der Zeit. 

 

Nachts müsst ihr die TASCHENLAMPE benutzen, selbst das kleinste Licht durchbricht die Dunkelheit … 

 

In den STREICHHOLZSCHACHTELN befinden sich mehr Fotos aus unser Geschichte. 

Die Streichholz Schachteln können als Erinnerung gerne mitgenommen werden, aber bitte erst am Sonntag . 

Vorfahrt haben die Menschen, die drauf sind. 

 

Die, die noch immer KEIN BOCK AUF FOTOS  haben aber Erinnerungen von nicht gemachten Fotos,  können das „nicht gemachte Foto“ aufschreiben oder zeichnen. Wir sammeln diese Erinnerung für zukünftige eigene Veröffentlichungen. 

 

 

Wandbild Schule Friedrichstraße St. Pauli / Hamburg

Foto: Marily Stroux
Foto: Marily Stroux

Das von Kai Teschner und Schüler_innen der Schule Friedrichstraße im Frühjahr 1990 erstellte

Wandbild,mit dem Titel 11.11.1987 zur Erinnerung an die Barrikadentage, wird von Kai und Freund_innen momentan restauriert. 

Helfer_innen und Zuschauer_innen sind willkommen.

Kai Teschner Wandbilder

 

Aula der St. Pauli-Ganztagschule am 11.11.12 ab 13 Uhr

Es schlägt 13. Uhr. Sonntag, der 11.11. Ort des Geschehens:

Aula der St. Pauli-Ganztagschule

 

Alles ist möglich. Barrikaden werden gebaut. Verträge werden geschlossen. Es beginnt mit einem Bier und endet mit einem Kater.

 

Vom Zustand der Verliebtheit.

 

Es gibt kein Morgen. Es gibt nur jetzt. 3 Takes. 3 x zur vollen Stunde wird das Glück befragt:

Macht trifft Ohnmacht und paart sich mit Sehnsucht und Enttäuschung.

 

Fulminant. Wie viele Jahre Hafenstraße. Ein gelebtes Leben. Wenn du einmal das Glück genossen hast, dann willst du das immer wieder. Wie ein Junkee auf Turkey. Jetzt bin ich im Frieden damit.

 

Die historische Schnittmenge ist unter uns. So schnell schockt einen nichts mehr. Gemeinschaft kennen wir. Nicht für ewig. Freundschaftlicher Umgang? Lässt manchmal wünschen. Shit happens. Ich gehe im Fummel zur schwulen Baustelle. Ich schätze mich glücklich, andere  gesellschaftliche Umgangsformen kennen zu lernen. Leute wechseln ihre Kleider und gucken, dass sie aus den Schuhen kommen, in denen sie Blasen kriegen.

 

Zum Schluss werden aller guten Dinge nicht 3 sein!

 

25 Jahre Barrikadentage

Nach den ersten "stillen" Besetzungen leerstehender Wohnungen in der St.Pauli-Hafenstraße und in der Bernhard-Nocht-Straße im Herbst 1981 und jahrelangen zähen Kämpfen um die Häuser, eskalierte die Situation im Jahr 1987 erneut. (Chronologie)

 

Die Hafenstraße teilt die Stadt in zwei Lager. Der Senat setzt mehrheitlich auf die Tabula-rasa-Variante, die Bewohner_innen reagieren 1987 auf Wohnungsräumungen mit der Wiederbesetzung. Die Springerpresse, zusammen mit der CDU-Opposition und der "Betonfraktion" der SPD, will die "Chaotenhochburg" räumen lassen. Auf der anderen Seite setzten sich Kulturschaffende, Prominente und Politiker_innen für eine friedliche und "entstaatlichte Lösung" ein. Doch der Kulturmäzen Jan Philipp Reemtsma blitzt bei Klaus von Dohnanyi mit dem Vorschlag ab, die Hafenstraße für einen symbolischen Preis von einer Mark zu kaufen. Es beginnt ein mehrmonatiger Nervenkrieg.

 

Hunderte Menschen aus der ganzen Bundesrepublik und anderen Ländern eilen im November 1987 nach Hamburg, um den Hafenstraßenbewohner_innen zur Seite zu stehen . In der Nacht zum 12. November werden Barrikaden errichtet. 10.000 Polizist_innen werden in den nächsten Tagen nach Hamburg gerufen und positionieren sich mit schweren Räumgeräten und Räumpanzern in der City. Hubschrauber-Kommandos des Bundesgrenzschutzes sowie die Anti-Terroreinheit GSG 9 werden zum Angriff über die mit Stacheldraht gesicherten Dächer geordert.

Halb Hamburg und ganz St.Pauli wird in Geiselhaft genommen, die Polizei tritt auf wie eine Besatzungsarmee in einem fremden Land.

 

Bürgermeister Klaus von Dohnanyi wirft seine persönliche Zukunft in die Waagschale. Er gibt sein "Ehrenwort" und "verpfändet sein Amt", indem er den Bewohner_innen einen Pachtvertrag zusichert, wenn diese mit dem Abbau der Befestigungen beginnen. Das Hafenstraßen-Plenum willigt ein, "das Wunder von Hamburg" geschieht. Dohnanyi, bestimmt kein Sympathisant der Hafenstraße, zweifelsohne aber einer der klügeren Köpfe der Gegenseite, war klar, dass eine gewaltsame Räumung der Hafenstraße bürgerkriegsähnliche Zustände auslösen könnte und zu einer noch größeren Entfremdung der Hamburger Bürger von der SPD führen würde, als sie ohnehin schon durch die alles plattwalzende Selbstherrlichkeit dieses Senats entstanden war.

 

Die Hafenstraßenbewohner_innen und ein großes Umfeld solidarisch handelnder Menschen hatten einen Sieg errungen, der zwar noch nicht das Ende der Kämpfe um die Hafenstraße bedeutete, aber doch weit mehr war als ein bloßer Etappensieg.

Mit großer Entschlossenheit und Militanz auf der einen und viel Witz und klugem politischen Handeln auf der anderen Seite, gelang es, die Räumung der Hafenstraße zu verhindern und das nahm dem Hamburger Senat die Möglichkeit, durch Provokationen und inszenierte Zwischenfälle vollendete Tatsachen zu schaffen.

Das Besondere an diesem Ereignis war sicherlich die Vielfalt der Personen und Gruppen, die im Kampf um die Häuser ihre ureigensten Interessen vertraten und die Möglichkeit wahrnahmen, jenseits ideologischer Positionierungen im konkreten solidarischen Handeln zusammen zu finden.

2010 schrieb eine Bewohnerin der Hafenstraße:

"Die Protagonist_innen des Kampfes um die Hafenstraße übernahmen für einen Wimpernschlag der Geschichte die »intellektuelle und moralische Führung« eines neuen »historischen Blocks«, der die Hegemonie des traditionell führenden Blocks der Bourgeoisie in der Zivilgesellschaft erfolgreich herausforderte. Wer in diese Ereignisse involviert war, bekam zumindest eine flüchtige Ahnung vom menschlichen Potenzial für Solidarität und Veränderung."

 

Ein Ereignis in der Geschichte der Kämpfe um ein freies und selbstbestimmtes Leben, das nicht vergessen werden sollte, oder wie Herbert Marcuse sagte:

"Die Erinnerung an die Vergangenheit kann gefährliche Einsichten aufkommen lassen, und die etablierte Gesellschaft scheint die subversiven Inhalte des Gedächtnisses zu fürchten."

 

 

"Wenn die strategischen Linien undeutlich werden und sich aufzulösen drohen, muss man auf das Wesentliche zurückkommen: was die Welt, wie sie ist, unakzeptierbar macht und es uns verbietet, die Sachzwänge resignierend hinzunehmen."

Daniel Bensaid